Die transatlantische Beziehung

Für viele Menschen sind die USA nach wie vor das Land der Freiheit und der unbegrenzten Möglichkeiten, in dem jeder unabhängig von seiner gesellschaftlichen Stellung reich werden kann. Immer wieder kommen aus den Vereinigen Staaten Erfindungen und neue Technologien, die die Welt verändern. US-amerikanische Firmen wie Google, Amazon oder Apple haben nicht nur unseren Alltag verändert, sondern auch unsere Art zu arbeiten, zu kommunizieren und einzukaufen.

Der Weg zur Supermacht

Heute erscheint es uns so selbstverständlich, dass die Vereinigten Staaten eine Supermacht sind und ihren Einfluss nutzen, um ihre Interessen durchzusetzen. Es ist schwer vorstellbar, dass es einmal anders gewesen ist. Doch tatsächlich ist es gar nicht so lange her, dass sich die USA darauf konzentrierten, was innerhalb ihrer Grenzen geschah. Erst mit dem Ersten Weltkrieg änderte sich die Rolle der heutigen Supermacht. Doch zunächst geschah dieses Eingreifen sehr zurückhaltend. Eigentlich wollte man sich viel lieber auf wirtschaftliche Belange konzentrieren.

Besatzer und Freunde

Der Erste Weltkrieg fand nicht auf amerikanischem Boden statt, insofern gab es in den Vereinigten Staaten auch keine vom Krieg zerstörten Städte. Anders war es hingegen beim Zweiten Weltkrieg, als mit dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour der Krieg auf die andere Seite des Atlantiks gebracht wurde. Erst das Eingreifen der Amerikaner sorgte dafür, dass sich für die Alliierten das Blatt wendete und Hitlerdeutschland letztlich kapitulieren musste. Und viele Deutsche kamen nun unmittelbar mit amerikanischen Soldaten in Berührung. Daraus entstanden teilweise deutsch-amerikanische Familien, aber auch auf der staatlichen Ebene entwickelte sich eine enge Beziehung zwischen Deutschland und den USA. Die Vereinigten Staaten galten als verlässlicher Partner und als Beschützer. Denn während die Deutschen bewusst auf Atomwaffen verzichteten, besitzt Amerika diese im Übermaß.

Militärische Emanzipation?

In den letzten Jahren veränderte sich Einiges in der Beziehung zwischen den USA und Deutschland. Viel hat natürlich mit der polarisierenden, unberechenbaren Politik von Donald Trump zu tun. Aber bereits unter seinen Vorgängern kühlte sich das Verhältnis zwischen Deutschland und seiner ehemaligen Besatzungsmacht deutlich ab. George W. Bush war nicht sonderlich erfreut, als sich der deutsche Bundeskanzler Schröder weigerte, ihn bei seinem Irakfeldzug militärisch zu unterstützen. Auch die Tatsache, dass Deutschlands Militärausgaben in den Augen der amerikanischen Führung deutlich zu niedrig waren, wurde von verschiedenen US-Präsidenten immer wieder angemahnt. Die Tonlage war eine andere als bei Trump, der Inhalt jedoch der Gleiche.

Doch erst der exzentrische Trump sorgte dafür, dass Deutschland und Europa erkannten, dass sie mehr für ihre militärische Verteidigung tun mussten. Denn schon unter Barak Obama hatte sich der Fokus der Amerikaner in den Pazifik verlagert. Europa spielte zwar noch eine bedeutende Rolle, aber im Vergleich zu China eine eher untergeordnete. Außerdem waren die Amerikaner nach dem Irakkrieg und dem langjährigen Afghanistaneinsatz kriegsmüde, sodass sich ihr Staatsoberhaupt lieber auf die Sorgen und Nöte der eigenen Bevölkerung konzentrieren wollte.