Schwierige Beziehung zu Russland

Das 21. Jahrhundert schien ein neues Zeitalter zu sein, in dem Eroberungskriege der Vergangenheit angehörten. Stattdessen weiteten sich lokale Konflikte zu größeren Krisen aus, und die Armeen kämpften mit einer asymmetrischen Kriegsführung, bei der die Guerillaeinheiten die gegnerischen Soldaten in einen Hinterhalt lockten. Langjährige lokale Konflikte, Bürgerkriege, Gewalt und Terrorismus prägten immer mehr das politische Bild. Der Feind schien nicht mehr von bewaffneten Soldaten auszugehen, sondern von Fanatikern mit einem Sprengstoffgürtel. Doch dann gab es plötzlich am östlichen Rand Europas einen Krieg. Verbunden mit massiven Falschinformationen war die Annexion der ukrainischen Krim durch Russland nichts anderes als ein Akt des Krieges. Russland, das größte Land der Erde und die nukleare Supermacht, stand in einem bewaffneten Konflikt plötzlich als Aggressor da.

Bodenschätze und Reichtum

Es ist ein Paradox, für das es unterschiedliche Erklärungsansätze gibt: Länder, die reich an Bodenschätzen sind, besitzen selten eine wohlhabende Bevölkerung. Stattdessen herrscht in solchen Ländern Armut, und eine kleine Oberschicht ist steinreich. Russland ist eines der Länder mit den größten Erdölvorräten der Welt. Dieser Rohstoff brachte viel Geld ins Land. Gleichzeitig verlies sich die politische Führung auf die Einnahmen aus der Ölförderung und versäumte es, wirtschaftliche und gesellschaftliche Reformen vorzunehmen. Dies führte dazu, dass es in Putins Russland weite Teile der Bevölkerung gibt, die in Armut leben müssen, während Länder wie Deutschland oder Japan, die kaum Bodenschätze besitzen, auf Fortschritt, Technologie und Demokratie setzten, um wohlhabend zu sein.

Katharina, die Große

Salopp formuliert, könnte man sie als den berühmtesten deutschen „Exportartikel“ bezeichnen. Sie war nur eine Fürstentochter, die mit dem russischen Thronfolger verheiratet wurde, doch sie erreichte ihre Größe in ihrer neuen Heimat. Eine Frau auf dem russischen Thron, die ihr Land in vielen Bereichen voranbrachte und die durch ihre Politik, aber auch ihr bewegtes Leben einen Eintrag in die Geschichtsbücher erhielt. Gleichzeitig ist sie selbst heute, vier Jahrhunderte später, noch vielen Menschen ein Begriff.

Schwierige Beziehung

Die Beziehung zwischen Deutschland und Russland war nicht immer leicht. Russland war für Generationen von deutschen und anderen westeuropäischen Feldherren ein ehrgeiziges Ziel. Wer das riesige Reich im Osten des Kontinents erobern konnte, der würde dem nächsten Weltreich vorstehen. So zumindest die Rechnung von Eroberern, wie Napoleon. Doch sie scheiterten ausnahmslos. Auch der Traum von „Lebensraum im Osten“ unter Hitler endete in der Katastrophe von Stalingrad und dem Tod von fünf Millionen Soldaten.

Nach Kriegsende folgte die Besatzung durch sowjetische Soldaten, und die Gräueltaten der Roten Armee versetzten die Menschen noch Jahre später in Angst und Schrecken. Vor diesem Hintergrund geriet in Vergessenheit, wie viele Menschen das Land im Zweiten Weltkrieg verloren hatte.