Warum eine Verkehrswende?

In einer Stadt gibt es nur begrenzt viel Platz. Diese Tatsache ist keineswegs so trivial, wie sie auf den ersten Blick scheint. Denn lange Zeit verfolgten die Landesregierungen sowie die Bundesregierung in Berlin eine Verkehrspolitik, die davon auszugehen schien, dass unbegrenzt Platz zur Verfügung steht.

Platz ist in Zeiten explodierender Mieten kostbar. Und gleichzeitig beanspruchen parkende Autos ungeheuer viel Platz. Zwar können Autos auch in der Stadt ihre Besitzer zuverlässig ans Ziel bringen. Doch dann beginnt die meist nervenaufreibende Parkplatzsuche. Und ist der Wagen endlich sicher abgestellt, steht das Auto für die nächsten Stunden oder sogar den restlichen Tag auf der Stelle.

Es gibt Studien, die herausfanden, dass Autos durchschnittlich nur eine Stunde pro Tag durch die Gegend gefahren werden und die restlichen 23 Stunden auf einem Parkplatz stehen. Der in einer Stadt zur Verfügung stehende Platz gleicht jedoch einem Nullsummenspiel. Wenn Autos viele Quadratmeter an Parkplätzen benötigen, dann fehlt dieser Platz an anderer Stelle in Form von Parks, Häusern, Grünflächen, Fahrrad- oder Gehwegen. In den letzten Jahrzehnten war Verkehrspolitik im Wesentlichen Politik für die Autofahrer. Autos galten als Symbol der Freiheit und sicherten ihrem Besitzer Unabhängigkeit. Erst in den letzten Jahren verblasste der Nimbus des Autos als Freiheitssymbol.

Stattdessen gerieten Autos im Allgemeinen und Dieselautos im Besonderen immer mehr in die Kritik. Ihre Emissionen, ihr Beitrag zum Klimawandel, begrenzte Erdölressourcen sowie immer mehr Autos auf der Straße und immer weniger freie Plätze empörten Menschen zunehmend. Doch die Aufgabe einer guten Verkehrspolitik ist es, weder Auto- noch Radfahrer oder Fußgänger zu verteufeln. Die Aufgabe der Politik besteht darin, intelligente Konzepte zu finden und umzusetzen, die den Menschen Mobilität ermöglichen, ohne dadurch die Lebensqualität Anderer oder die Umwelt zu gefährden.